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Transformation der Wirtschaft

Baden-Württemberg ist eine der führenden Wirtschaftsregionen der Welt – mit hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung, einem besonders starken Mittelstand und ca. 400 Weltmarktführern. Die Digitalisierung, der Arbeitskräftemangel und die notwendige CO2-Reduzierung erfordern Stück für Stück eine Anpassung der Wirtschaft und bringen dabei Herausforderungen, aber auch große Chancen mit sich. 

Digitale Transformation

Die Tüftlerinnen und Tüftler im Südwesten und andernorts entwickeln fortlaufend Technologien, die das Alltagsleben, aber auch die Wirtschaft selbst immer digitaler werden lassen. So ändern sich beispielsweise die Geschäftsmodelle, die Unternehmenskultur, der Kundenumgang, die Arbeitsprozesse und die Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeitende. Durch den technologischen Fortschritt schrumpft auch teilweise der Anteil der Lohnkosten an den Gesamtkosten der Produktion.

Dadurch könnte das Land für Neuansiedlungen oder Firmenerweiterungen noch attraktiver werden. Klar ist, dass für die Wirtschaftsstandorte angesichts dieser Entwicklungen gute digitale Infrastrukturen – von der Glasfaser bis zu 5G – essentiell sind. 

Arbeitskräftemangel

Die digitale Transformation wird durch einen weiteren Trend beschleunigt: den Arbeitskräftemangel. Die Bemühungen um Auszubildende und Fachkräfte reichen mittlerweile von gezielten, orts- und nutzerspezifischen Internet-Anzeigen über Videos in unterschiedlichsten sozialen Medien bis hin zu „New Work“ mit Homeoffice-Angeboten. Für den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften aus anderen Regionen kommt es immer mehr auch auf attraktiven und bezahlbaren Wohnraum sowie auf gute und ansprechende soziale und kulturelle Infrastrukturen an. Homeoffice-Angebote erfordern darüber hinaus auch jenseits der Gewerbegebiete eine gute digitale Infrastruktur. Möglicherweise werden durch eine vermehrte Arbeit im Homeoffice zukünftig weniger Büroflächen benötigt. 

Die Illustration zeigt Personen und baden-württembergische Erfindungen

Die größten Unternehmen im Land

Große und bedeutsame Unternehmen findet man überall in Baden-Württemberg. Auch wenn die meisten Unternehmen ihren Sitz in den Verdichtungsräumen haben, so produzieren auch in ländlichen Regionen zahlreiche Weltmarktführer gefragte Produkte und Dienstleistungen.

 

 

Die Darstellung berücksichtigt Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben und insgesamt über alle Standorte mindestens 1.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen oder deren Gesamtumsatz (brutto) mindestens 500 Millionen Euro beträgt. Bei Banken wird eine Bilanzsumme von mindestens fünf Milliarden Euro, bei Versicherungen ein Bruttobeitrag von mindestens 500 Millionen Euro zu Grunde gelegt.

Datenbasis: Industrie- und Handelskammern Baden-Württemberg. Geometrische Grundlage: Daten aus dem Umweltinformationssystem (UIS) der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; LGL, www.lgl-bw.de; Stand 2019

Karte der größten Unternehmen in Baden-Württemberg

Quelle: Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder im Auftrag der Statistischen Ämter der 16 Bundesländer, des Statistischen Bundesamtes und des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt Stuttgart; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2025

Wirtschaft im Wandel

Die Wirtschaftswelt wird derzeit nicht nur digitaler, sie wird auch klimafreundlicher. Hohe Innovationspotenziale gibt es neben den Bereichen Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Quantentechnologien somit auch bei Umwelt- und Energietechnologien (Green Tech), alternativen Automobilantrieben und grünem Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. 

Das Land von Carl Benz und Robert Bosch ist noch heute industriell geprägt. Fast 40 Prozent der Bruttowertschöpfung entfällt auf das produzierende Gewerbe. Zu den wichtigsten Branchen gehören der Fahrzeugbau, der Maschinen- und Anlagenbau und die Metall- und Elektroindustrie. Hinzu kommen bedeutende Standorte der chemischen, die pharmazeutischen und optischen Industrie. Der vorhandene Branchenmix bietet einige gute Voraussetzungen, um erfolgreich die Chancen der Zukunftstechnologien und neuen Schlüsselindustrien zu ergreifen.

 

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Statistisches Bundesamt; Stifterverband Wissenschaftsstatistik 2025

Baden-Württemberg investiert in Forschung und Entwicklung

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 500 Milliarden Euro gehört Baden-Württemberg zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Bundesländern. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, sind gute Standortbedingungen insbesondere für Unternehmen in Zukunftsbranchen unerlässlich. Dazu gehören passende Standorte und Rahmenbedingungen ebenso wie Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Letztere haben sich in Baden-Württemberg seit Mitte der 1990er Jahre - über alle Sektoren hinweg - verdreifacht und lagen zuletzt bei über 35 Milliarden Euro.

 

Mit dem Innovationindex bewertet das Statistische Landesamt alle zwei Jahre die Innovationsfähigkeit der Regionen. In die Berechnung des Index fließen neben den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE), das FuE-Personal, die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in industriellen Hochtechnologiebranchen, die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen, die Existenzgründungen in Hochtechnologiebranchen und die Anzahl der Patentanmeldungen aus Wirtschaft und Wissenschaft ein. Die höchsten Werte erreichen die Regionen Stuttgart und Rhein-Neckar.

Veröffentlichungen zum Thema

Raumanalyse 2025: Grundlegende wirtschaftliche Entwicklung
Raumanalyse Baden-Württemberg: Grundlegende wirtschaftliche Entwicklung, Kurzbericht Nr. 16

Raumanalyse 2025: Grundlegende wirtschaftliche Entwicklung

Raumanalyse Baden-Württemberg: Grundlegende wirtschaftliche Entwicklung, Kurzbericht Nr. 16

Raumanalyse 2025: Güterverkehr und Logistik
Deckblatt Raumanalyse Güterverkehr

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Raumanalyse Baden-Württemberg: Güterverkehr und Logistik. Kurzbericht Nr. 7

Symbolbild für das Daten- und Kartentool

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