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Bevölkerung und demografischer Wandel

Baden-Württemberg zählt mit mehr als 11 Mio. Menschen zu den bevölkerungsreichsten Ländern Deutschlands. In Hinblick auf die Bevölkerungsdichte und die Altersstruktur zeigen sich unterschiedliche räumliche Muster. Dies gilt auch für das Bevölkerungswachstum, die Alterung und die Heterogenisierung der Gesellschaft, sprich für den demografischen Wandel, und wirkt sich auf die Anforderungen an die Raumplanung aus.

Bevölkerung in absoluten Zahlen

Im Jahr 2025 lebten in Baden-Württemberg 11 238 761 Personen.

Mehr als die Hälfte davon wohnten in den Verdichtungsräumen (5 728 056), rund ein Viertel im Ländlichen Raum im engeren Sinne (2 881 870), etwa 15 % in den Randzonen um die Verdichtungsräume (1 706 339) und etwa 8 % in den Verdichtungsbereichen im Ländlichen Raum (922 496).

Anders ausgedrückt lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung in vier der zwölf Regionen Baden-Württembergs, nämlich in den Regionen Stuttgart, Rhein-Neckar, Südlicher Oberrhein und Karlsruhe.

Bevölkerungsdichte

Ein Blick auf die jeweilige Bevölkerungsdichte unterstreicht, dass besonders viele Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger im Verdichtungsraum Stuttgart sowie am Oberrhein, d.h. in den Verdichtungsräumen Rhein-Neckar, Karlsruhe/Pforzheim, Freiburg sowie Lörrach/Weil, zu Hause sind. Zusätzlich weisen Gemeinden in den Verdichtungsräumen Bodenseeraum und Ulm/Neu-Ulm eine vergleichsweise hohe Einwohnerzahl je Quadratkilometer auf.

Die Bandbreite der Bevölkerungsdichte im Land reichte im Jahr 2025 von 16 Einw. / km2 in der Gemeinde Ibach im Landkreis Waldshut bis 2 939 Einw. / km2 in der Landeshauptstadt Stuttgart. Der Landesschnitt lag im Jahr 2025 bei 314 Einw. / km2.

Aus der Bevölkerungsdichte lässt sich nur eingeschränkt ableiten, wie dicht die jeweilige Bebauung ist. Aussagekräftiger sind diesbezüglich die Siedlungsdichte (Landesschnitt 2024: 21 Einw. / ha Siedlungsfläche) sowie die Wohnsiedlungsdichte (Landesschnitt 2024: 69,8 Einw. / ha Wohnbaufläche). Die Siedlungsschwerpunkte sind allesamt entlang der Ober- und Mittelzentren sowie entlang der Entwicklungsachsen zu finden.

Altersstruktur

Das Durchschnittsalter in Baden-Württemberg lag 2025 bei 44,2 Jahren. In Bubsheim im Landkreis Tuttlingen ist die Bevölkerung mit durchschnittlich 39,3 Jahren am jüngsten, in Ibach im Landkreis Waldshut mit durchschnittlich 52,1 Jahren am ältesten.

In 33 baden-württembergischen Gemeinden ist die Bevölkerung im Schnitt maximal 42 Jahre alt. Es handelt sich hauptsächlich um Gemeinden im Ländlichen Raum im engeren Sinne mit einem fast ausschließlich überdurchschnittlichen Anteil an Kindern und Jugendlichen (> 17 ,2 %). Hinzu kommen die Universitätsstädte Tübingen (40,1 Jahre), Heidelberg (40,2 Jahre) und Freiburg im Breisgau (41,2 Jahre) sowie der Musikhochschulstandort Trossingen (41,5 Jahre).

Gemeinden mit einem besonders hohen Durchschnittsalter befinden sich ebenfalls überwiegend im Ländlichen Raum im engeren Sinne. Ihnen ist ein überdurchschnittlicher Anteil an Personen im Alter ab 65 Jahren (> 22 %) gemein. Elf der 15 Gemeinden, deren Bevölkerung durchschnittlich mindestens 49 Jahre alt ist, liegen im Schwarzwald oder im Bodenseeraum.

Altersstruktur nach Raumkategorien

Durchschnittsalter

Demografischer Wandel - was ist das?

Die Veränderung der Bevöl­kerungszahl und ihrer -struktur wird als demografischer Wandel bezeichnet. Zu den Kompo­nenten dieses Wandels gehört zum einen die Zu- oder Abnahme der Bevöl­­kerung durch Geburten, Sterbe­fälle und Wanderungen (Zu- und Fort­züge). Zum anderen zählen hierzu Änderungen in der Altersstruktur und der gesell­schaft­lichen Zusammen­setzung, die als Hetero­genisierung be­zeichnete zunehmende Vielfalt von Le­bens-, Familien- oder Haushaltsformen.

Entwicklung der Bevölkerungszahl

In Baden-Württemberg kommen seit 2006 (mit Ausnahme des Jahres 2016) weniger Kinder zur Welt als Menschen sterben. Dass die Bevölkerung seither dennoch mit nur wenigen Ausnahmen wuchs, liegt an Wanderungsgewinnen. Im Saldo zogen mehr Menschen von anderswo nach Baden-Württemberg als umgekehrt.

Allerdings lief dies nicht überall gleich ab: So nahm die Bevölkerung zwischen 2005 und den frühen 2010er-Jahren vor allem in den Verdichtungsräumen zu, während die übrigen Raumkategorien, insbesondere der Ländliche Raum, Bevölkerung verloren. Diese Entwicklung geht im Wesentlichen auf junge Menschen zurück, die in die Kernstädte zogen und dort Familien gründeten. Bis 2021 wurden in den Groß- und Universitätsstädten – anders als im Land insgesamt – mehr Kinder geboren als Menschen verstarben.

Ab Mitte der 2010er Jahre bis zum Pandemie-Jahr 2020 stiegen die Bevölkerungszahlen in allen siedlungsstrukturellen Raumkategorien ähnlich stark an. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass Geflüchtete, die vor allem zwischen 2014 und 2016 einen besonders hohen Anteil der Außenzuwanderung nach Baden-Württemberg ausmachten, entsprechend der Regelungen des Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) recht gleichmäßig über das Land verteilt wurden.

Diagramm zur durchschnittlichen jährlichen Veränderung der Bevölkerungszahl nach Raumkategorien

Seit der Corona-Pandemie hat die Bevölkerungsentwicklung im Land an Dynamik verloren. Nur die Verdichtungsbereiche des Ländlichen Raums gewannen im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre nennenswert Einwohnerinnen und Einwohner hinzu. Allein diese Raumkategorie konnte auch im Jahr 2025 ein leichtes Bevölkerungsplus verzeichnen (316 Personen bzw. 0,03 %). Insgesamt schrumpfte die Landesbevölkerung 2025 um 7 137 Personen bzw. -0,06 %. Der Rückgang betraf vor allem die Randzonen um die Verdichtungsräume (-3 359 Personen bzw. -0,2 %), gefolgt vom Ländlichen Raum im engeren Sinne (-2 348 Personen bzw. -0,08 %) und den Verdichtungsräumen (-1 746 Personen bzw. -0,03 %). In den kommenden Jahren rechnet das Statistische Landesamt Baden-Württemberg ebenso wie andere Institute insgesamt mit einem weiteren, jedoch moderaten Bevölkerungswachstum.

Alterung der Bevölkerung

Die Lebenserwartung der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger hat auf Grund von Fortschritten in Medizin, Hygiene und Unfallverhütung in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. So stieg sie bei den neugeborenen Jungen von 68,5 Jahren im Jahr 1970 auf 76,7 Jahren im Jahr 2000 und auf 80,3 Jahre im Jahr 2025. Bei den neugeborenen Mädchen ist ein Anstieg von 74,5 Jahren im Jahr 1970 auf 82,1 Jahren im Jahr 2000 und auf 84,4 Jahre im Jahr 2025 zu verzeichnen (Daten: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg).

Mit zunehmender Lebenserwartung steigt der Anteil älterer Menschen. Im Jahr 2025 gab es fast 803 000 mehr Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren als noch 2000, die Zahl der Hochbetagten im Alter von 85 Jahren oder älter ist im gleichen Zeitraum um fast 213 000 gestiegen. Dies stellt die Gesellschaft und die räumliche Planung vor Herausforderungen, etwa bei der Versorgung mit barrierearmen Wohnungen, der Gesundheitsversorgung oder der Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge.

 

Die Alterung durch die höhere Lebenserwartung wird durch geringe Geburtenzahlen ver­stärkt: Während im Jahr 2000 noch 106 182 Lebendgeborene verzeichnet wurden, waren es im Jahr 2025 lediglich 94 061. Zwischen 2000 und 2025 stieg das Durchschnittsalter in Baden-Württemberg entsprechend um genau vier Jahre an.

Vor allem im Ländlichen Raum im engeren Sinne ist die Alterung eine zentrale Komponente des demografischen Wandels. Im Jahr 2000 waren die Menschen im Ländlichen Raum mit durchschnittlich 39,3 Jahren am jüngsten. 2025 wies diese Raumkategorie mit 44,8 Jahren das zweithöchste Durchschnittsalter auf. Eine starke Alterung verzeichneten auch die Randzonen um die Verdichtungsräume: Dort stieg das Durchschnittsalter von 39,8 Jahren im Jahr 2000 auf 45 Jahre im Jahr 2025.

In den Verdichtungsräumen (Durchschnittsalter 2000: 40,7 Jahre, 2025: 43,6 Jahre) und den Verdichtungsbereichen im Ländlichen Raum (Durchschnittsalter 2000: 40,6 Jahre, 2025: 44,3 Jahre) konnte die Alterung durch den Zuzug insbesondere von Studierenden, Auszubildenden und jungen Berufstätigen sowie steigende Geburtenüberschüsse stärker abgemildert werden.

Für die Zukunft wird in Folge anhaltend niedriger Geburtenhäufigkeiten im Landesschnitt mit einem weiteren Anstieg des Durchschnittsalters gerechnet.

Gesellschaftliche Heterogenisierung

Als Folge der Zuwanderung aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland, aber auch auf Grund gesellschaftlicher Veränderungen, ändert sich die Zusammensetzung der Bevölkerung. Dies ist geprägt durch eine Zunahme ethnischer, kultureller und religiöser Vielfalt sowie durch neue Familien- und Lebenskonstellationen. Statistisch zeigen sich diese Entwicklungen zum Beispiel in der Zunahme von Menschen mit Migrationserfahrung, einem steigenden Anteil von Geburten nicht verheirateter Mütter oder einem Rückgang der Kirchenmitglieder. Raumplanerisch von Bedeutung ist insbesondere die Zunahme der Einpersonenhaushalte von 1,7 Mio. im Jahr 2000 auf 2,2 Mio. im Jahr 2025. 36,9 % aller privaten Haushalte in Baden-Württemberg bestehen aus nur einer Person. Besonders hohe Werte werden in den Kernen der Verdichtungsräume gemessen.

Veröffentlichungen zum Thema

Fokus Raumentwicklung 1 (2024):
Fokus Raumentwicklung 1 (2024)

Fokus Raumentwicklung 1 (2024):

Der demografische Wandel  in Baden-Württemberg 

Raumanalyse Baden-Württemberg:
Raumanalyse Baden-Württemberg: Demografische Entwicklung. Kurzbericht Nr. 14

Raumanalyse Baden-Württemberg:

Demografische Entwicklung.
Kurzbericht Nr. 14

Symbolbild für das Daten- und Kartentool

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