Landwirtschaft

Landwirtschaftliche Flächen machen etwa die Hälfte der Gesamtfläche Baden-Württembergs aus. Rund 36 900 landwirtschaft­liche Betriebe bewirtschaften ca. 1,5 Mio Hektar Fläche. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche besteht dabei hauptsächlich aus Ackerland und Dauergrünland. Sowohl die bewirtschafteten Flächen als auch Zahl der Betriebe nahmen in den letzten Jahrzehnten ab.

Bestand und Entwicklung der Landwirtschaftsfläche

Im Jahr 2024 wurden in Baden-Württemberg 1 596 131 Hektar als Landwirtschaftsfläche genutzt. Das entspricht 44,6 % der Landesfläche. Die Flächenanteile der Landwirtschaft schwanken auf gemeindlicher Ebene zwischen 3,3 und 88,1 %. Die untenstehende Karte verdeutlicht die regionalen Schwerpunkte der Landwirtschaft: die Oberrheinebene, die Gäulandschaften des Neckarbeckens sowie die Naturräume im Norden und Osten des Landes. Dagegen fällt der Flächenanteil der Landwirtschaft in den Mittelgebirgen wegen der hohen Waldbedeckung und in den Stadtkreisen mit Blick auf die Siedlung geringer aus.  

Der Siedlungsdruck sowie Nutzungskonkurrenzen innerhalb des Freiraums führen zu einem stetigen Rückgang der Landwirtschaftsfläche. Beispielsweise sank sie von 2014 bis 2024 um 26 307 Hektar (rund 3500 Hektar davon aufgrund einer Änderung der Erfassungsmethodik 2024). Allerdings verlangsamt sich der Rückgang: 2004 bis 2014 belief er sich noch auf 30 270 Hektar.

Landwirtschaftsfläche - Anteil an der Gesamtfläche

Daten: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2025

Landwirtschaftliche Betriebe

Daten: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2026 (Agrarstrukturerhebung)

Regionen mit hohen Anteilen an Obst- und Weinanbau sind aufgrund der höheren Flächeneffektivität in diesem Bereich durch kleinere Betriebe gekennzeichnet. In weiten Bereichen des Schwarzwalds, im Randbereich des Oberrheingebiets, am Bodensee und zwischen Heilbronn und Stuttgart liegen die durchschnittlichen Betriebsgrößen häufig unter 23 Hektar. Große Betriebe gibt es dagegen vor allem im Norden und Süden/Südosten des Landes.

In den letzten Jahren nahm die landwirtschaftlich genutzte Fläche je Betrieb zu. So bewirtschaftete ein Betrieb 2014 im Schnitt noch 33,6 Hektar, zehn Jahre später waren es schon 37,7 Hektar. Dies liegt daran, dass die Zahl der Betriebe im Vergleich zur Landwirtschaftsfläche überproportional abnahm. Sie schrumpfte 2014 bis 2024 von 42 300 auf 36 940 Betriebe.

Sicherung landwirtschaftlicher Flächen

Gemäß Ziel 5.3.2 des geltenden Landesentwicklungsplans dürfen für eine landwirtschaftliche Nutzung gut geeignete Böden und Standorte, die eine effiziente Produktion ermöglichen, nur in unabweisbar notwendigem Umfang für andere Nutzungen vorgesehen werden. In der Planungspraxis werden die landwirtschaftlich genutzten Flächen mit der Flurbilanz bewertet. Sie umfasst fünf Wertstufen: 

  • Vorrangflur (besonders landbauwürdige Flächen, die zwingend der landwirtschaftlichen Nutzung vorzubehalten sind)
  • Vorbehaltsflur I (landbauwürdige Flächen, die der landwirtschaftlichen Nutzung vorzubehalten sind)
  • Vorbehaltsflur II (überwiegend landbauwürdige Flächen, die der landwirtschaftlichen Nutzung größtenteils vorzubehalten sind)
  • Grenzflur (landbauproblematische Flächen)
  • Untergrenzflur (nicht landbauwürdige Flächen)

Die nebenstehende Karte zeigt die räumliche Verteilung dieser Wertstufen. Sie zeichnet grob die geologischen bzw. bodengeographischen Zonen nach, die in Gunstgebieten wie Kraichgau und Oberrhein oder in Ungunstgebieten wie Schwarzwald und zum Teil auch die Schwäbischen Alb resultieren.

Flurbilanz 2022

Veröffentlichungen zum Thema

Fokus Raumentwicklung 3 (2026): Landwirtschaftsfläche in Baden-Württemberg
Erste Seite des Fokus Raumentwicklung

Fokus Raumentwicklung 3 (2026): Landwirtschaftsfläche in Baden-Württemberg

Raumanalyse Baden-Württemberg: Landwirtschaft. Kurzbericht Nr. 8
Raumanalyse Baden-Württemberg: Landwirtschaft. Kurzbericht Nr. 8

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