16.10.2026

Raumanalyse Baden-Württemberg

Im Auftrag des MLW haben die Universität Stuttgart und das Dortmunder „ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung“ die räumlichen Strukturen und Entwicklungen Baden-Württembergs seit dem Jahr 2000 analysiert. Die nun vorliegenden Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für die Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans.

Bandbreite der Raumanalyse
Es ist geschafft: Mit 19 Kurzberichten und zwei Dokumentationen liegen alle Bausteine des umfassenden Gutachtens „Raumanalyse Baden-Württemberg“ vor. Ausgewiesene Expertinnen und Experten* aus den Instituten IREUS, ILPÖ, ISWA, IER und ILS hatten hierfür seit der Beauftragung durch das MLW im Jahr 2022 aufwendig Daten gesammelt, berechnet, aufbereitet, ausgewertet und Schlüsse für die Zukunft gezogen. Die Bandbreite der untersuchten Themenfelder spiegelt dabei wider, wie komplex und vielseitig die Landesentwicklung ist. So ging es beim Projekt um Megatrends, Siedlung und Flächen, Wohnen, Personenverkehr und Mobilität, Klimaanpassung, Wasserwirtschaft und Trinkwasserversorgung, Güterverkehr und Logistik, Landwirtschaft, Waldentwicklung und Forstwirtschaft, Freiraum, Natur und Landschaft, Tourismus und Erholung, Einzelhandel, Energieversorgung, demografische Entwicklung, Zentrale Orte, wirtschaftliche Entwicklung, Raumkategorien, mineralische Rohstoffe, unzerschnittene verkehrsarme Räume sowie Räume für Biodiversität. Der abschließende Synthesebericht fasst die wichtigsten Befunde zusammen und setzt sie miteinander in Beziehung.

 

Inhaltliche Schlussfolgerungen
Der Synthesebericht zieht den Schluss, dass das Land vor deutlichen Veränderungsprozessen steht, die sich in den Teilräumen unterschiedliche stark ausprägen, jedoch über kommunale Grenzen hinweg wirken. Zudem stellt er zahlreiche Flächennutzungskonflikte fest. Entsprechend unterstreicht der Synthesebericht die Notwendigkeit einer Raumordnung auf Landes- und regionaler Ebene auf der Grundlage guter Daten und Informationen aus der Raumbeobachtung.

Angesichts der wechselseitigen Beziehungen zwischen den einzelnen Themenfeldern seien in der Raumordnung auch fachübergreifende Strategien notwendig, um eine auf Nachhaltigkeit zielende Landesentwicklung zu stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse im Land zu sichern.

Handlungsbedarf hebt der Synthesebericht vor allem in folgenden Bereichen hervor:

  • Stärkung der Resilienz von Räumen und Infrastrukturen,
  • Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme, Stärkung der Flächeneffizienz und der multifunktionalen Ansätze,
  • Verknüpfung von Siedlungsentwicklung und Verkehr sowie
  • Begleitung von Transformationsprozessen und Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse.

 

Zweck der Raumanalyse
Die Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Gutachter fließen neben weiteren Erkenntnissen in den Abwägungsprozess bei der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans ein. Zudem bilden die Raumanalyse-Berichte den Ausgangspunkt für die kontinuierliche Raumbeobachtung des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen (MLW). Schließlich hebt auch der Synthesebericht hervor, dass ein laufendes Raummonitoring eine flexiblere und adaptive Planung fördern kann.

 

*Beteiligte Autoren:

  • Niklas Best,
  • Jörn Birkmann,
  • Ludger Eltrop,
  • Ulrich Fahl,
  • Leonie K. Fischer,
  • Luca Hanke,
  • Bastian Heider,
  • Ralf Minke
  • Pia Nickenig,
  • Frank Osterhage,
  • Hiraida Perez,
  • Ivo Pfaffenberger,
  • Andrea Cristina Ramirez Herrera,
  • Eduard Rott,
  • Ruben Schenk
  • Pauline Scheunert,
  • Alexander Schilling,
  • Benjamin Scholz
  • Adrian Schrade
  • Hans-Georg Schwarz-von Raumer
  • Stefan Siedentop,
  • Sophie Walch

 

Nähere Informationen: www.landesentwicklung-bw.de/raumanalyse